05.01.2022

Briefe



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ID: 21536
Geschrieben am: Mittwoch 27.02.1861
 

Brüssel d. 27 Febr. 1861
Geehrter Herr Seiss,
Sie erhalten hierbei einige Zeilen an Herrn Dr Schleinitz, worin ich Ihn gebeten, sich von Ihnen vorspielen zu lassen, und Ihm gesagt, daß Sie sehr wünschen, in Leipzig öffentlich zu spielen ect. ect.
|2| Es würde mich herzlich freuen, nützte Ihnen mein Wort, das einem wahren Interresse für Ihr Talent entsprungen. Dürfte ich Sie auf Etwas aufmerksam machen, so wäre es das, daß Ihr Anschlag zuweilen im Forte etwas hart, und Ihr Vortrag der Cantilene manchmal zu süß |3| wird, was leicht manirirt erscheint – es liegt in dem zu absichtlichen Accentuiren je¬der einzelnen Note. Träumen Sie zuweilen, das wird Ihrem Vortrage mehr Natur verleihen. Ich weiß nicht, ob Sie verstehen, was ich meine, es läßt sich in ein paar Minuten freilich mehr, und klarer sagen, was man meint, als schrifftlich in Bogen!
|4| Mit den besten Wünschen und der Versicherung daß ich immer gern bereit sein werde Ihnen zu nützen, wenn ich es kann
Ihre
ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Brüssel
  Empfänger: Seiß, Isidor (14427)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 22
Robert und Clara Schumann im Briefwechsel mit Korrespondenten in Dresden / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Carlos Lozano Fernandez und Renate Brunner / Dohr / Erschienen: 2021
ISBN: 978-3-86846-032-2
1395

  Standort/Quelle:*) D-Zsch, s: 7624-A2
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 

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