19.12.2019

Briefe



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ID: 21663 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 07.11.1885
 

Frankfurt a/m 7. 11. 85.
Liebes Fräulein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Zusendung u. lieben Brief, will ich Ihnen heute nur mittheilen, daß ich nun doch von Leipzig nicht loskomme, obgleich ich dem Comitée meine Unzuverlässigkeit zu bedenken gegeben hatte. Dieselben haben mich (die Herren) von der öffentlichen Probe dispensirt, u. so werde ich schon am Dienstag eine kleine Vorprobe für mich allein haben.
Wären Sie schon da, so könnte ich Sie dennoch mitnehmen, aber dann brauchten Sie hier noch einen Tag mehr Urlaub u. das ist die Sache nicht werth, aber für einen Platz im Saal frage ich u. sehe Sie wohl jedenfalls am Donnerstag Morgen zwischen 10–11 Uhr bei mir? Ich wohne bei Frege’s.
Für Alles, was Sie mir über das Institut schreiben, vielen Dank. Die Sache stößt aber auf einige Hindernisse, die wir reiflich überlegen müssen. Im Vertrauen gesagt, mein Sohn würde nicht im Stande sein, diese Pension zu bezahlen, so müßte ich es denn thun, u. glaube, daß, bei den vielen Verpflichtungen, die ich habe, es mir nicht möglich sein wird. Nun, ich muß eben die Sache bedenken u. wir sprechen wohl in Leipzig darüber.
So seien Sie denn Beide herzlichst gegrüßt von Ihrer
herzlich dankbaren
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 14
Briefwechsel Clara Schumanns mit Mathilde Wendt und Malwine Jungius sowie Gustav Wendt / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-86846-025-4
116f.
 



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