19.12.2019

Briefe



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ID: 21679 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 26.04.1887
 

Frankfurt d. 26 April 1887.
Liebes Fräulein,
Sie hätten eher meinen Dank f. Ihren lieben Brief gehabt, hätte uns nicht ein harter Schlag getroffen. Meine Elise ging mit allen Kindern nach Zürich zur Großmutter, dort wurde ihr einziges Töchterchen, ein liebliches Kind von 4 Jahren an Dyphteritis krank, und starb nach 10 qualvollen Tagen. Wenn man weiß was Elisen und ihrem Mann die Kinder sind, dann kann man ihren Schmerz ermessen. Noch hörte ich von Beiden kein directes Wort - sie sollen ganz fassungslos sein. Wären sie nur erst hier wieder in ihrem Hause! ich sah sie nicht seit ich nach England ging, und nun solch ein Wiedersehen!- An die Gräfin von Brühl schrieb ich sofort nach Ihrem Briefe nach [Ems] u. bat um eine Audienz bei der Kronprinzeß, weil ich solches, wie Sie auch sagen, für zweckmäßiger hielt, aber ich warte nun schon über 8 Tage auf Antwort, u. weiß nicht recht was ich thun soll. Es liegt furchtbar viel auf mir jetzt, u. ich weiß es oft kaum zu bewältigen. Ich schreibe Ihnen wieder, wenn irgend etwas erfolgt.
Herzlichsten Dank, liebes Fräulein für alles Gute, das mir immer von Ihnen kommt.
Die Kinder grüßen herzlich mit mir
Ihrer
alt ergebenen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 14
Briefwechsel Clara Schumanns mit Mathilde Wendt und Malwine Jungius sowie Gustav Wendt / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-86846-025-4
140f.
 



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