15.07.2019

Briefe



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ID: 21698 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 25.10.1888
 

Frankfurt a/m. 25. Okt.
Liebes Fräulein!
So eben habe ich Ihr herrliches Geschenk erhalten, u. muß Ihnen sofort dafür innigst danken.
Wie wundervoll ist Ihre Arbeit und die herrlichen blühenden Lorbeeren, deren es ja eigentlich gar keine jetzt giebt, die nur Ihre Liebe zu mir hervorgezaubert zu haben scheint! Diese vergehen, aber ein liebes Andenken bleibt mir Ihre Widmung.
Ueber den [sic] Datum will ich Sie aufklären. Sie schrieben mir vom 24. eigentlich ist es aber der 20. Die Feier in der Schule ließ sich aber erst am 21. weil Sonntags, verwirklichen. Das Conzert im Museum sollte am 19. stattfinden, mußte aber auf morgen, den 26. verschoben werden; das Conzert wird ein Schumann-Abend, als Feier für mich, u. ich spiele das A-moll Conzert. Der Himmel gebe, daß ich spielen kann, ich habe, von der Aufregung wohl zumeist, viel Schmerzen heute.
Die Feier in der Schule war sehr schön, u. da hätte ich Sie dabei gewünscht. Ich schickte Ihnen die Zeitung, weil ich mir dachte, Sie würden es mit Interesse lesen.
Das Bouquet Ihrer lieben Freundin kam ganz frisch an, und steht vor mir auf dem Schreibtisch. Sagen Sie ihr meinen herzlichsten Dank.
Ich kann nicht weiter schreiben, drücke Ihnen nur noch auf das wärmste die Hand für Ihre Theilnahme.
Ihre
altgetreue
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 186f.
 



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