15.07.2019

Briefe



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ID: 21718 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 19.07.1889
 

Franzensbad d. 19 Juli 89
Liebes Fräulein
allerdings schrieb ich Ihnen eine Karte um Ihnen zu sagen, daß wir erst am 14ten d. M. abreisen könnten und, wenn ich auch ein Moorbad weniger als sonst nehme, doch erst am 14ten Aug. in Obersalzberg eintreffen können. Gern opfere ich das eine Bad, um Sie doch noch einige Tage zu sehen, freue mich so herzlich darauf, aber traurig bin ich, daß die Zeit unseres Zusammenseyn’s immer mehr zusammenschmilzt. Ich habe durch Unwohlseyn, als ich hierher kam, einen Tag verloren, konnte erst am 2ten Tage baden. In Frkf. hatten wir noch schwere Tage, große Aufregungen, die ich Ihnen mündlich erzähle, denen ich aber gar nicht mehr gewachsen bin.
Müßten Sie doch auch einmal hierher, hier hat man so viel Ruhe, fast zu viel – wir kennen keinen Menschen hier, was auf die Länge greulich ist. Doch, ich darf Ihnen nicht wünschen hierher zu müssen, und Sie hierher einzuladen, bietet Franz. zu wenig, eigentlich ja nichts als gute Luft.
Sollte noch etwas vorfallen, was der Himmel verhüte, so schreibe ich Ihnen bis Ende d. M. nach Alt-Prags, oder dann an die ‚Regina‘, nicht wahr?
Julie ist glücklich in Domb. angekommen, u. scheint vergnügt.
Herzlichst Sie
Beide grüßend (auch
Marie)
Ihre
getreue
Clara Schumann.

Ich dachte viel daran ’mal anderswohin zu gehen, statt nach Obers. aber, wohin

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Franzensbad
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort: Alt - Prags bei Niederdorf
  SBE: II.14, S. 209f.
 



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