15.07.2019

Briefe



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ID: 21742 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 09.06.1891
 

Frankfurt a/M d. 9 Juni 91.
Liebe Mathilde
nur einige Worte Ihnen mitzutheilen, daß unser armer Ferdinand am 6ten d. M. seinem Leiden erlegen ist. Gott sei Dank, hat er nicht viel Schmerzen gelitten, trotzdem seine Organe nach Aussage der Aerzte von den vielen narcotischen Mitteln total ruinirt waren. Für ihn war der Tod eine Erlösung, für die wir dem Himmel danken müssen, denn, hätten die Aerzte ihn noch erhalten, so hätte er noch viel qualvolleres Leben gehabt, wie bisher. Marie ist vorgestern zum Begräbnis, am Geburtstage seines Vaters nach Gera gereist, heute kehrt sie zurück.
Ich muß mir alles Weitere aufsparen, bis Sie kommen, da ich viel zu schreiben habe, und, leider immer viel leidend bin, so auch heute wieder.
Herzlich grüßt Sie und die liebe Freundin
Ihre
alte
Clara Sch.

Sorgen Sie sich nicht um mich, liebe Mathilde, ich bin gestählt, wer so viel Trauriges durchlebt hat wie ich, der wird ruhiger gegen Schicksalsschläge.
Der Himmel erhalte mir nur meine theueren Töchter – sie sind ja mein Alles.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 254f.
 



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