15.07.2019

Briefe



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ID: 21745 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 15.09.1891
 

Frankfurt a/M d. 15 Septbr. 1891.
Liebe Mathilde,
nur ein Dankeswort für Ihren lieben Geburtstagsbrief, und das reizende Deckchen, das ich noch am 13ten, auf dem Balkon sitzend, einweihte. Ich war seit 14 Tagen recht krank, kam elend hier an wie ich mich nie gefühlt, ich kann es Ihnen aber nicht schreiben, sondern habe meine Schwägerin Frau Bargiel, die mit ihrem Manne gestern und heute bei uns war, gebeten, Ihnen Alles zu erzählen. Ich kann es nicht so schreiben, habe nicht die Thatkraft dazu, habe auch heute meine Stunden nicht beginnen können. Am 13ten hatte ich einen leidlichen Tag, zum Glück, – aber gestern wieder fürchterlich! ich bekam das Leiden im Gehör am letzten Tage auf dem Salzberg – Kußmaul sagte es sey Alles nervös, und hat mir laue Sitzbäder Morgens verordnet, die mir gut zu thun scheinen. Es greift mich das Schreiben so an, daß ich schließen muß. Gott sei Dank, heute habe ich zum ersten Male seit 14 Tagen das Gefühl, ich könnte wieder gesünder werden! Leben Sie wohl – ich bat Frau Bargiel Ihnen Alles zu erzählen, wenn Sie ihr einen Besuch machen wollen.
Ihrer lieben Freundin Dank für die lieben Worte! −
In treuer Freundschaft
Ihre
Clara Schumann

Ihren Bruder trafen wir in München auf unserem Zuge nach Heidelberg – er ging nach Carlsruhe.
Viele Grüße von den Mädchens [sic].
Verzeihung für die confusen Zeilen.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 263f.
 



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