15.07.2019

Briefe



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ID: 21789 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 07.12.1895
 

Frankfurt a/M d. 7 Dec. 1895.
Liebe Mathilde,
ein Dankeswort auf Ihren lieben Brief vom [sic] Anfang Nov. möchte ich Ihnen doch senden, freilich wohl viel mehr kaum, denn ich habe viel zu thun, wenig Kraft, und bin sehr niedergeschlagen. Denken Sie, daß Marie immer noch liegt, sonst ganz wohl, was noch das Gute dabei ist, aber sie kann noch immer nicht aufbleiben. Natürlich sitze ich jede freie Zeit bei ihr, bin ihr aber nicht die erheiternde Umgebung, die ich ihr wünschte. Zum Glück kommt Eugenie am 17ten schon – dann wird es für die arme Duldende doch etwas erträglicher. Die Schmerzen haben sehr nachgelassen, so lange sie eben liegt. Wie es zum Feste werden wird habe ich noch keine Ahnung. Vielleicht bekommen Sie eines der Bücher das sie gewünscht (worüber sie Ihnen schrieb) – wenn so, wollen Sie es mir schicken, bitte, ich überrasche sie dann damit. Die Erinnerungen an Schiller v. d. Wollzogen hätte sie so gern gehabt, oder auch die v. Humboldt. Schließlich also Dank, liebste Mathilde, für den so lieben Brief.
Wärmste Grüße Ihnen Beiden von Ihrer
alten
treuen
Clara Schumann.

[Umschlag]
Fraeulein
Mathilde Wendt.
Berlin.
173 alte Jacobstr.
III

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 351f.
 



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