19.12.2019

Briefe



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ID: 21809 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 07.07.1891
 

Franzensb. d. 7 7 91
Liebe Mathilde, nur ein paar Worte, damit Sie wissen, daß wir wohlbehalten hier angelangt sind, leider aber sehr verstimmt über unser Logie sind, wo wir Vieles vermissen, was wir bei Loimanns gewohnt waren. Dazu bin ich so entsetzlich melancholisch, daß ich mir oft gar nicht zu helfen weiß. Das neue Eisenbahnunglück a. d. Berlin-Münchner Extrazug hat mich so erschüttert, daß ich noch immer nichts anderes als Unglück denken kann. Nun, hoffentlich wird es bald besser, wenn wir erst etwas behaglicher hier sind. Daß Sie so gute Wohnung gefunden freut uns sehr – es war mir so leid, daß wir Sie nicht bitten konnten, uns noch einige Tage zu schenken, aber, die Abreise rückte uns so nahe, daß ich die Angst bekam, nicht fertig zu werden. Das ist das Alter! – Geben Sie uns bald wieder Nachricht von sich, bitte. Herzlichst grüßend Ihre
Cl. Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Franzensbad
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort: Münster am Stein bei Kreuznach
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 14
Briefwechsel Clara Schumanns mit Mathilde Wendt und Malwine Jungius sowie Gustav Wendt / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-86846-025-4
258f.
 



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