15.07.2019

Briefe



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ID: 22855 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 02.11.1888
 

Wien, den 2. November 1888.

Liebe Clara,

ich habe die neulich erwähnte Violinsonate an Herzogenbergs geschickt, und kriege einen so unverhofft freundlichen Brief darüber, daß ich nur daran denke, ob sie Dir auch wohl gefallen könnte. Lust, sie anzusehen, möchte ich voraussetzen, aber hast Du auch Zeit dazu, so schreibe ein Wort an Herzogenbergs, daß sie Dir die Sonate sogleich schicken sollen. Vielleicht magst Du sie mit Koning probieren, oder, da ich höre, daß Du nach Berlin gehst, gar dort mit Joachim. Herzogenbergs haben eine gut lesbare Abschrift und auch die Violinstimme.

Verzeih, daß ich Dir nicht zuerst die Sonate geschickt habe. Aber den Hauptgrund glaubst Du mir nicht!?

Ich traue nie einem neuen Stück zu, daß es jemandem gefallen könnte. So auch diesmal, und zweifle ich auch noch sehr, ob Du Frau Herzogenbergs Brief unterschreibst! Gefällt Dir aber die Sonate beim Durchspielen nicht, so probiere sie nicht erst mit Joachim, sondern schicke sie mir zurück.

Deine Festtage hast Du hoffentlich glücklich und froh überstanden, ich habe viel an Dich denken müssen.

Herzlichsten Gruß allerseits

von Deinem

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
  Absendeort: [Wien ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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