15.07.2019

Briefe



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ID: 22857 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 14.12.1888
 

Wien, den 14. Dezember 1888.

Liebe Clara,

hoffentlich bist Du zufrieden und genügt es einstweilen, wenn ich sage, daß ich denke und hoffe, zum 11. Januar kommen zu können. Sobald ich Bestimmtes sagen kann, werde ich es auch tun.

Warum soll es denn aber diesmal ein Brahmsabend werden? Das ist weder für mich, noch für andre nötig oder angenehm. Das grausame Klarinetten-Quintett ginge ja keinenfalls. Ich hoffe, man macht als erste Nummer ein sehr schönes Kammermusikstück, als 2. dito Gesang (Ensemble), als 3. meine Sonate und als 4. die Zigeuner!?

Wenn es Deine Zeit und Dein Arm erlaubt, tätest Du mir wohl einen Gefallen, wenn Du die Sonate jetzt mit Heermann spieltest! Ich bin wenigstens eingeladen, mit ihm zu spielen, und es ist doch gut, wenn er das Stück länger kennt, mit ihm etwas vertraut ist!?

Übrigens - falls ich etwa nicht nach Deutschland fahren sollte - ist ja wohl das Unglück für Frankfurt und jenen Abend nicht groß; Du würdest am Ende die Sonate statt meiner spielen, und nur ich hätte den größeren Ärger, nicht zuhören zu können!

Recht herzlich grüßend

Dein Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Wien ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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