19.12.2019

Briefe



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ID: 22863 Brieftext


Geschrieben am: Montag 15.04.1889 bis: 30.04.1889
 

Wien, Ende April 1889.

Liebe Clara,

wenn ich mich nicht schleunigst aufmache nach Florenz, so ist der Hauptgrund, daß ich hoffe, Euch und Herzogenbergs den Sommer behaglicher zu sehen. Ich habe nämlich in Ischl gemietet und darf ja sehr sicher darauf rechnen, Euch in Berchtesgaden besuchen zu können.

Es würde mich auch sehr nach Florenz treiben, wenn Herzogenbergs nicht da wären; Deinetwegen, um Dir Führer und Gesellschafter zu sein. Für beides aber sind diese in jedem Betracht geeigneter.

Dabei aber wäre ich gar zu gern, wenn Du vor den Marmor-Wundern in Pisa und Florenz bewundernd und glücklich stehst. Ich freue mich jetzt besonders Deiner guten Gewohnheit, das Erlebte des Tages zu notieren, so kann ich in Berchtesgaden nachträglich ausführlich erfahren, was Du alles gesehen hast. Lange werden Herzogenbergs wohl auch nicht in Florenz bleiben? Sollten diese nicht etwa über Graz, Wien nach Berchtesgaden fahren? Sehr gern sähe ich sie schon in Graz! Deine Freundinnen hier hatten gar zu sicher darauf gehofft, Du machtest die Rückreise über Wien! Das ist aber wohl nicht, wenn Du in Chiasso ein Rundreisebillett genommen hast?

Daß Du über Wien reist, glaube ich nicht, falls aber Herzogenbergs hierher oder nach Graz kämen, bitte ich sie recht sehr, es mich doch möglichst zeitig wissen zu lassen. Solange ich hier bin, kann ich leicht und gern nach Graz fahren.

Deine Notiz wegen Woldemar hat mich seinetwegen sehr gefreut.

An Herzogenbergs alles Schöne, und mögest Du alles Schöne recht genießen, ich bin fortwährend in Gedanken dort!

Herzlichst

Dein Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
  Absendeort: Wien
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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