15.07.2019

Briefe



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ID: 22866 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 03.09.1889
 

Ischl, den 3. September 1889.

Liebe Clara,

möchtest Du mir ein paar Worte nach dem Petersburger Hof in Hamburg schreiben? Ich bin auf dem Weg dahin und wüßte gern, wie lange Du in Baden bleibst (ob Du überhaupt da bist?), wo Du wohnst, und wann Du in Frankfurt bist!

Am 13. haben wir in Hamburg grade unser letztes Konzert.

Ich sage Dir schon jetzt meine schönsten Wünsche, und möglicherweise wiederhole ich sie den 15.?! Das wäre sehr schön, aber einstweilen bin ich sehr verdrießlich, daß ich morgen nach H. abfahren soll.

Ich hörte neulich sehr bestimmt, Herzogenbergs gingen dennoch und schon Mitte September nach Berlin?!

Doch treffe ich sie vielleicht noch in Baden, falls ich käme.

Mit welcher Kinderei ich schöne Sommertage verbrachte, rätst Du nicht. Ich habe mein Hdur-Trio noch einmal geschrieben und kann es Op. 108 statt Op. 8 nennen. So wüst wird es nicht mehr sein wie früher- ob aber besser?

Wenn sich's träfe, daß dort kleine Joachims und Hausmanns tummelten, könnten wir's immer einmal versuchen.

Ich denke mir doch, daß Du ruhig in Baden geblieben sein wirst und dort herrlichstes Wetter genossen hast!

Verzeih, daß ich auf Deinen lieben Brief so eigentlich keinen schreibe - aber ich bin verdrießlich und hoffe nur, daß ich ausnahmsweise auch in Hamburg schönes Wetter habe, und daß ich gar noch einige Tage mit Dir in Baden sein kann.

Sage mir doch jedenfalls ein paar Worte!

Recht herzlich

Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Ischl ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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