15.07.2019

Briefe



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ID: 22902 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 11.09.1891
 

Ischl, den 11. September 1891.

Liebe Clara,

mein Gruß soll Dir am 13. nicht fehlen, und ich wünsche von ganzem Herzen, daß er Dich am Morgen zu Hause findet, recht zufrieden und behaglich am Frühstückstisch. Joachim schreibt mir eben und legt Dein Telegramm aus Heidelberg bei.

Hoffentlich hat Dich Professor Kußmaul recht getröstet und beruhigt heimreisen lassen.

Der Sommer war Dir eigentlich nicht so recht günstig, mögest Du denn noch in der wohligen Häuslichkeit Dich schöner Herbsttage freuen. Könnte ich Dir doch recht Heiteres schreiben! Aber außer der herrlichen Natur, die ich vollauf genieße, und außer den guten und schönen Büchern, derer ich mich erfreue, wüßte ich nicht viel, und diese Freuden lassen sich schwer mitteilen, und zum Glück hast Du selbst die besten und empfänglichsten Organe dafür.

An Dein Kommen nach Meiningen glaube ich ja leider nicht - sonst wäre recht verlockend und gar maßgebend für Dich, daß Joachim sehr gern dabei wäre! Jedenfalls werde ich Dir immer sofort mitteilen, wenn etwas darüber geplant oder beschlossen wird. Du wirst heute viel zu lesen haben, manchen Gruß mit freundlichem Gesicht empfangen - manchen ungern entbehren - an Livia Frege habe ich Deinethalb sehr teilnahmvoll gedacht. Möchte das Liebe und Gute überwiegen, heute und lange fort. Niemand wünscht es herzlicher und wärmer als

Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Ischl ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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