15.07.2019

Briefe



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ID: 22922 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 01.03.1893 bis: 31.03.1893
 

Wien, den 20. [?] März 1893.

Liebe Clara,

so lasse ich mir ein Konzert gefallen. In Frankfurt ist es, ich sitze ruhig in Wien, Du aber schreibst mir so lieb und freundlich über die Probe und wie Dich das Quintett gefreut hat.

Daß Du dieses Stück und von Mühlfeld hören mögest, habe ich mir ja lange gewünscht. Ich wußte ja, wie sympathisch Dir der Mann sein würde, und wie er als Künstler Dein ganzes Herz gewinnen mußte. Wie schade, daß die kalten Heermannschen Zimmer Dich um die Freude gebracht haben, ihn öfter zu sehen, vielleicht gar bei Dir, und mit ihm zu musizieren.

[...]

In Gedanken mache ich viel Eure Konferenzen und Beratungen am Frühstückstisch mit. Der letzte Beschluß zu Ungunsten Wiens hat mich nicht erschüttert, denn es folgen ja weitere Diskussionen. Mich interessiert auch nicht bloß die eine Station. Ich plane, oder eigentlich: Widmann, Hegar und Freund, planen eine Reise nach Sizilien. Ich glaube aber nicht, daß sie zustande kommt, und denke für den Fall an einiges Nord-Italien und einen schönen See, wo ich auch schöne liebe Menschen finden würde.

Frau Fellinger geht es fortgesetzt ganz gut (oder passabel). Ausgehen tut sie nicht! Für den Sommer geht sie nach Weldes in Krain. Ich denke wieder an Dich.

Für Deinen Brief danke ich nochmals allerherzlichst, er hat mir ganz ungemeine Freude gemacht.

Von Herzen

ganz Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Wien ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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