23.11.2019

Briefe



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ID: 22934 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 07.09.1893
 

Isch, den 7. September 1893.

Liebe Clara,

Beiliegendes soll ein kleiner Gruß zum 13. sein. Er kommt so früh, weil er so gern ruhig gelesen wäre, wozu am Tage selbst keine Aussicht ist!

Vielen Dank für Deinen lieben Brief - doppelt werde ich danken, wenn Du einmal schreibst: "es Moll" langweilig, "fisdur" häßlich, "gdur" banal usw. Mesto heißt traurig. Du wirst das Stück auch ohne diese Ermahnung nicht lustig gespielt haben - aber ist es nicht in andrem Sinne traurig?!

Wir hatten hier viel Besuch. Stockhausen mit Frau war bei Billroth, und Joachim ist bei der Königin, wo ich sogar gestern zu Gast war und freilich meine Freude hatte an der freundlichen, fröhlichen und würdigen alten Frau und der lieblich-ernsthaften Prinzeß Mary.

[...]

Andere angenehme und fröhliche Gäste sind die Fremden, wie die Sembrich, Kapellmeister Nikisch mit seiner Frau usw. Um für Widmanns sehr hübsches Stück Interesse zu haben, wäre es vielleicht nötig, daß Du mehr von Philosophie, Nietzsche und dessen Einfluss wüßtest! Vielleicht wissen Deine Fräuleins davon zu erzählen?

Nun wünsche ich Dir einen sehr vergnügten 13. Und grüße Dich, Marie und Eugenie

allerherzlichst.

Dein

Johannes.


  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Ischl ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 

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