15.07.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 23013 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 11.09.1894
 

Isch, den 11. September 1894.

Liebe Clara,

der inliegend allerneustens Photographierte kommt, Dir seine schönsten und herzlichsten Grüße und Wünsche zu bringen. Suche den besten der heutigen Briefe aus und denke, er sänge unisono mit und in der höheren Oktave noch dazu! Ein zweites Bild drängt sich hinzu. Es macht Dir vielleicht Spaß, ihn zusammen mit Johann Strauß von der schönen blauen Donau zu sehen.

Mit der Musik an Deinem Geburtstage wird es nichts und hier in Ischl überhaupt nicht mehr. Da Mühlfeld aber begierig auf die beiden Sonaten ist, so wird er wohl bald nach Wien kommen, sie zu probieren. Ich wünschte, ihm die Sache bequemer machen zu können. Vielleicht findet sich eine Stadt - mehr in seiner Nähe - wohin ich auch gern ginge - wo uns jemand ein Zimmer und Klavier anböte zu unserm Versuch?!

Etwa Hanau (der Landgraf)? Oder Frankfurt (die Professorin in der Savignystraße)? Oder sonst wer und wo?!

Das wäre sehr schön - indessen, vielleicht ist es besser, ich bleibe mit den Sonaten zu Hause.

Wir haben einstweilen keine hübschen Herbsttage, und wenn Ihr es dort nicht besser habt, werdet Ihr wie ich an sehr baldige Heimfahrt denken!

Zum 13. aber werdet Ihr wohl noch dort sein, und den lieben Tag verlebt ihr hoffentlich so heiter und froh, wie es nur zu wünschen ist.

Von Herzen grüßend und mitfeiernd

Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Ischl ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.