15.07.2019

Briefe



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ID: 23020 Brieftext


Geschrieben am: Montag 29.01.1894
 

Leipzig, den 29. Januar 1894.

Liebe Clara,

es war gar liebenswürdig und freundlich von Dir, einen Gruß hierher zu senden. So gut es die Unruhe erlaubt, will ich dafür danken. Am Freitagabend denke ich nach Wien zurückzufahren und behaglicher weiter danken und schreiben zu können.

Die gestrige Probe, an die Du dachtest, würde Dir wirklich Freude gemacht haben - solange Du das ausgehalten hättest!

Ich schelte immer so viel und laut auf die jetzigen geschmacklosen Programme, und - mache dann ein allerschlimmstes mit.

Das Programm ist nicht meine Schuld, ich war nur in guter Laune zu rasch bereit, d'Albert - und gar Reinecke gefällig zu sein. Von Joachims Abenteuer mit den Klarinettsonaten hast Du vielleicht schon gehört? Hier komme ich nicht zum Erzählen und bleibe nicht 5 Minuten ungestört.

Vor allem melde ich denn, daß ich den Tag vor dem Mannheimer Konzert bei euch anklopfen möchte - doch ich schreibe von Wien aus. Vor einer Stunde war ich bei Dietrich und hatte die große Freude, ihn und seine Frau viel behaglicher und wohler zu finden, als ich glaubte hoffen zu dürfen. Neulich nach dem Quartett hatten wir einen überaus reizenden Abend bei Wachs.

Nimm mit den konfusen Zeilen fürlieb (die andre Hälfte des Blattes muss ich abreißen, da sie gar zu konfus geworden waren), und jetzt werde ich grade abgeholt.

Von Herzen dankend und grüßend

Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Leipzig ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 

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