25.02.2022

Briefe



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ID: 23039
Geschrieben am: Mittwoch 08.04.1896
 

Liebes Fräulein Marie.
Ihre liebe Mutter hat uns recht erschreckt. Zum Glück kommen mit Ihren auch andre tröstlichere Nachrichten, so daß ich einstweilen beruhigt sein sollte.
Meiner allerherzlichsten Theilnahme sind Sie ja gewiß, aber ich hätte in solchem Falle auch so gern alle mögliche Rücksicht |2| gegen Sie. Aber es geht nicht, ich muß Ihnen die ernste, herzliche Bitte aussprechen: Wenn Sie glauben, das Schlimmste erwarten zu dürfen, gönnen Sie mir ein Wort, damit ich kommen kann, die lieben Augen noch offen zu sehen, mit denen für mich sich – wie viel schließt!
Verzeihen Sie! Ich hoffe von ganzer Seele, meine Sorge sei unnöthig. Aber: |3| bedenken Sie, wie gern ich auch die unnöthige Reise mache u. mit welcher Freude ich zurückfahre wenn uns die über Alles Theure erhalten bleibt!
Ich bitte so dringend ich kann u. Ferdinand ist gewiß so gut mir kurz zu telegrafiren – ich hoffe noch: Mildes u. <Trdt[?]> Tröstliches!
Von Herzen
Ihr J. Brahms.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: Wien
  Empfänger: Schumann, Marie (1449)
Empfangsort: Frankfurt am Main
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 3
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Johannes Brahms und seinen Eltern / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2022
ISBN: 978-3-86846-014-8
2305f.

  Standort/Quelle:*) D-B, s: Mus.Nachl. Schumann, K. 7,324
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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