15.07.2019

Briefe



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ID: 23168 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 05.05.1877
 

Berlin, den 5. Mai 1877.

Liebster Johannes,

jetzt ist ja nun 'mal wieder der schöne Festtag da, den ir leider nie mehr zusammen feiern! Und wie wäre es diesmal nett, wärest Du hier, wo Herzogenbergs da sind! - Nun, es kann nicht sein, und so muß ich meine Wünsche wieder dem Papier vertrauen. Wir haben übrigens Deinen Geburtstag gestern schon gefeiert, d. h. die Freude an Deinem Dasein! Wir haben geschwelgt in den Liedern. Sonderbar haben wir uns in einigen Aussetzungen begegnet in den meisten, die ich Dir neulich schrieb - ich habe sie nur etwas mutiger ausgesprochen. Morgen kommt erst Spitta von einer Reise zurück, und hoffe ich, daß Herzogenbergs sich noch ein paar Tage hier halten lassen; sie sind so sehr gemütliche anspruchslose Gäste.

Nach Jahren spielte ich gestern 'mal wieder die 9te für 2 Klaviere mit Frau v. H., das war mir ein rechtes Pläsier, oder besser gesagt, ein Genuß. Sie wird morgen aufgeführt, aber - unter Taubert!!!

Herr Mendelssohn kommt morgen zurück - ich spreche dann gleich mit ihm.

Ich höre die lieben Gäste zum Frühstück kommen, muß daher mich begnügen mit diesem kurzen Plauderstündchen.

Leb' wohl und lange der Welt zur Freude, vor allem denen, die Dich lieben wie

Deine alte

Clara.

Marie sendet Herzlichstes. Eugenie ist noch nicht zurück, Felix schon in Zürich.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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