19.12.2019

Briefe



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ID: 2323 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 25.02.1852
 

Düsseldorf, den 25sten Februar 1852

Lieber David,

Wir hofften bis jetzt vielleicht noch zum 3ten März in Leipzig sein zu können. Es will sich aber leider nicht mit meinen hiesigen Verbindlichkeiten vereinigen laßen. So muß ich Dir denn meinen Componistensegen schriftlich nur ertheilen ,doch in der Hoffuung trotzdem, Dich bald zu sehen. Wir könnten nahmlich vom 4ten an von hier fort, und je nachdem das Concert, das wir vielleicht in Leipzig geben wollen, auf den 8ten oder 15ten fällt, würden wir im ersten Fall am 4ten, im andern am 8ten abreisen. Sehr sollte es mich freuen, wenn wir die "Rose" in unserm Concerte wiederholen könnten. Dazu bitte ich Dich um Deine freundliche Unterstützung. Fiele unser Concert auf den 8ten - wir haben es Hr. Dr. Härtel überlaßen, da wir die Leipziger localen Verhältniße doch nicht kennen -, so ginge es wohl, daß die Probe dazu Sonntag den 7ten gehalten werden könnte - und würdest Du so gefällig sein, das Weitere anzuordnen und die Mitglieder der Akademie in Eurer letzten Probe dazu einzuladen? Vorausgesetzt, daß Du von Dr. Härtel den 8ten März als den Tag des Concertes erfahren hast. Die "Rose" selbst wird Dir, denke ich übrigens nicht zu viel Mühe machen. Die Gesangpartie ist durchweg nicht schwer. Im Orchester sind die schwersten Nummern das Gebet der Rosa mit Blasinstrumenten, und der Männer-Chor mit Hörnerbegleitung, auf die ich Dich aufmerksam mache. Im Uebrigen bist Du wohl so gut, den Metronom hier u. da zu vergleichen. Meiner geht ganz richtig d.h. er giebt in der Minute im_er so viel Schläge, als die Zahl angiebt, auf die das Gewicht gestellt ist, also auf 60 auch 60 Schläge, auf 120-120. Hast Du Zeit, lieber David, so schreibe mir bald, wie sich alles gestaltet, wie Ihr die Solopartien besetzt habt pp pp Raimund Härtel bitte ich Dich zu sagen, daß dem Druck des Textes zur Vertheilung an die Zuhörer nach meiner Ansicht nichts entgegensteht. Das waren lauter geschäftliche Sachen-aus so weiter Entfernung doppelt schwer zu erledigen. Kommen wir bald zusammen, so denke [über der Zeile: ich] wollen wir die Prosa möglichst schnell bei Seite werfen und auch von andern Dingen sprechen, und von alten Jugenderinnerungen- nach alter Weise.

Sei mir vielmals gegrüßt und behalte mich in gutem Andenken.
R. Sch.


[BV-A, Nr. 1961, dat. 24. Februar 1852:] F. David Leipzig [Bemerkung:] Einiges über d. Rose.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: David, Ferdinand (339)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
327f.
 



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