15.07.2019

Briefe



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ID: 23265 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 17.11.1880
 

Frankfurt a./M., den 17. November 1880.

Lieber Johannes,

das ist ja leider nicht möglich, so verlockend es auch ist, zu meinem Vergnügen nach Berlin zu reisen - die lange, kostspielige Reise zu zwei Personen jetzt zu unternehmen, wo meine Kasse so furchtbar durch Ferdinands Krankheit in Anspruch genommen ist! Dann habe ich hier am 9. Dezember meine 2. Soiree, und da muß ich vorher vollständige Ruhe haben. Das Herz tut mir weh, da fehlen zu müssen, wo ich mit dem ganzen Herzen hingehöre! Aber ich danke Dir und Joachim für Eure Einladung, die mich doch freut! -

Wirst Du nun Frankfurt ganz umreisen? Fast will es mir so erscheinen - das ist nicht erfreulich für mich! -

Du erhältst dieser Tage: 3. Symphonie, Requiem für [Mignon] etc., Partitur und Klavier[auszug] und Davidsbündler, wo ich in dem letzten Esdur-Stück eine Frage angemerkt habe, die ich Dich bitte zu erledigen, findest Du sie unnütz, so streiche sie einfach aus. Schicke ja Härtels da Requiem bald, es soll im Dezember erscheinen.

Volkland schreibt, hättest Du etwa irgend Besonderes hinsichtlich seiner Revision zu erwähnen, so wäre er Dir sehr dankbar, es zu erfahren.

Grimm bittet sehr um Braut von Messina.

Leb' wohl! Ach, ich bin betrübt!

Deine alte

Clara.

Rubinstein konzertiert jetzt hier - Freitag im Museum - was, weiß ich noch nicht! -

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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