15.07.2019

Briefe



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ID: 23323 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 07.05.1887
 

Frankfurt, den 7. Mai 1887.

Lieber Johannes,

diesmal war es nicht möglich, Dich zu dem heutigen Tage mit einem Gruße und vielen wärmsten Wünschen zu treffen; wo Du sein magst? Hoffentlich irgendwo in herrlichster Natur. Nimm denn die treuesten Wünsche noch nachträglich, wenn Du in Thun anlangst, was ich mir doch bald denke, denn es mag nun wohl heiß in Italien werden.

Gäbe es Gutes von hier zu erzählen, so hörtest Du es, aber heute wüßte ich nur Trauriges, und ich möchte keinen solchen Geburtstags-Brief senden. Ich schrieb Dir schon neulich von Sommerhoffs hartem Verluste, und sind die armen Eltern tief gebeugt, und wir trauern mit ihnen. Aber auch sonst gibt es gar vieles - doch genug! - Wir bleiben ruhig bis Juli hier, dann gehen wir nach Franzensbad, was uns vorm Jahr gut getan hat, und wohl nachher, wie Du richtig vermutest, nach Obersalzberg.
Simrock schickte mir in Deinem Namen die neuen Werke, und werde ich sie jetzt studieren, nächstens 'mal zu probieren mit Heermann und Müller. Nimm meinen Dank für die Sendung, und gehe es Dir den Sommer recht gut - das

wünscht von Herzen

Deine

Clara.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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