15.07.2019

Briefe



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ID: 23364 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 02.09.1890
 

Obersalzberg, den 2. September 1890.

Lieber Johannes,

ich hätte Dir schon meine Pläne mitgeteilt, aber wir sitzen jetzt hier von einem zum anderen Tag und können nicht hinunter, denn es gießt Tag und Nacht, und in diesem Augenblicke schneit es. Wir wollten so gern in B(erchtesgaden) einige Tage bleiben, um die Franz und Vossens zu besuchen, aber nun wird alles anders. Auf alle Fälle gehen wir Donnerstag, den 4. nach München, Hotel Marienbad, bleiben dort bis 10. oder 11., dann geht's nach Baden-Baden, Briefe postlagernd. Ich denke, dort bleiben wir bis zum 28., wenn das Wetter günstig ist, wenn nicht, nur bis zum 24., dann will ich noch Frau Bendemann besuchen und die Leser.
Nun will ich aber danken für den lieben Brief, der mir auch die schöne Aussicht eröffnet, Dich diesen Herbst noch irgendwo zu sehen. Frau v. Beckerath schrieb, Du habest versprochen, zu einem Rendezvous mit Engelmanns bei ihr zusammenzutreffen - ist dem so?

Deine beiden Symphonien für 2 Klaviere laß mir doch ja von Simrock schicken, sie werden gar gern gespielt werden bei uns.

Wir haben jetzt meine Schwester Cäcilie Bargiel mit Freundin hier oben, da wird denn viel über Italien gesprochen, sie waren dort 5 Jahr und kennen es sehr genau - wie rührt das immer meine Sehnsucht auf, und nur, leider, geht Marie gar nicht darauf ein, sie fürchtet so sehr die unvermeidlichen Strapazen für mich, und das ist ja auch für die Umgebung lästig, wenn sie immer in Sorge ist - das paßt nicht zum Reisen! Laß mich nun bald hören, was Du planest, und sei herzlichst gegrüßt von mir und Marie.

Deine alte

Clara.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Obersalzberg
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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