15.07.2019

Briefe



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ID: 23411 Brieftext


Geschrieben am: Montag 17.09.1894
 

Interlaken, den 17. September 1894.
(Diktat.)

Lieber Johannes,

nur ein Wort des Dankes für Deine reizenden Überraschungen aller Art und vor allem nun aber die Bitte, daß die Sonaten in der Myliusstraße probiert werden. Jede Zeit von Ende Oktober ab würde mir passen, nur bis dahin nicht, weil unser Fremdenzimmer für die Zeit besetzt ist von verschiedenen Freundinnen. Du kannst Dir denken, daß unter den Umständen mein Geburtstag nicht so heiter verlief, wie wenn ich ganz wohl gewesen wäre. Es geht nun aber besser, und wir wollen Ende der Woche fort, nach Thun, Baden-Baden und am 28. wieder in Frankfurt eintreffen.

Dies ist kein Brief, wie ich ihn Dir gern nach Deinem lieben geschickt hätte. Ich habe aber eine solche Masse Briefe, Anfragen etc. zu erledigen, daß ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht, und dazu einen unbrauchbaren Arm.

So denn auf baldiges Wiedersehen und bitte um baldige Nachricht. Ilona grüße und sage ihr, was Du weißt; ich kann ihr unmöglich schreiben, habe schon für alle Frankfurter Briefe durch die Zeitung danken müssen. Der Unfall verschafft mir diesmal doppelte Arbeit. Wie freuen sich die Zeitungsschreiber, wenn es 'mal ein so kleines Unglück gibt.

Es ist schrecklich!

[Eigenhändig.] Ade, getreu

Deine Clara.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Interlaken
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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