19.12.2019

Briefe



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ID: 2469 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 21.10.1849
 

Dresden, den 21sten October 1849.
Lieber Freund,
Ein guter Zufall führt gerade Mad. Tittel hieher. Sie hat mir gestern vorgesungen, Lieder und Vieles aus der Peri. Alles, was ich Ihnen über sie schrieb, kann ich nur in verstärktem Grade wiederholen. Sie singt sehr lebendig, ausdrucksvoll, das Meiste gelungen. Nur darf sie nicht mit zu hohen hochliegenden Compositionen angestrengt werden; die Höhe ist etwas scharf, doch nicht unangenehm. Außerdem sehr gewandte Musikerin. Als ich ihr von der Euterpe sprach, schien sie nicht darauf eingehen zu wollen. Wie ich es ihr dann anstellte, daß aus der veränderten Situation das Ganze auf eine höhere Stufe gelegt , daß meine Frau auch spielen würde pp. pp., bat sie mich von Ihnen die ohngefehren Bedingungen zu erfahren zu suchen, und wann die Concerte ihren Anfang nähmen. Am liebsten wäre sie für alle Concerte engagirt, allenfalls auch auf die Hälfte der Concerte, auf weniger nicht. Mad. Tittel bleibt bis Dienstag Abend hier. Bis dahin kann eine Antwort von Ihnen da sein. Schreiben Sie mir in jedem Falle ein paar Worte.
Vielmals grüßend
Robert Schumann

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  Absender: Schumann, Robert (14753)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Brendel, Franz (261)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
294f.
 



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