23.01.2024

Briefe



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ID: 25954
Geschrieben am: Freitag 09.06.1876
 

Man erlebt viel Überraschungen und selbst bei Musikfesten ist es möglich Proben zu halten die von 7 Uhr bis 12 Uhr Nachts dauern und zwar Generalprobe mit zahlendem Publikum. Die Probe des „Herakles“ gestern war so elend wie ich nie etwas gehört und warum weil der Dirigent Leifort ein Esel ersten Ranges sich die undankbare Mühe genommen den „Herakles“ zu instrumentiren, anstatt die vorhandenen Stimmen zu gebrauchen, und dem Orchester von Fehlern strotzenden Stimmen zur Generalprobe vorlegte. Ausserdem hatte er die Freundlichkeit Händel dadurch zu unterstützen daß er allerorts Blech anbrachte und dem ganzen Werk eine Blechgrundlage gab die jeden überraschen muß. Wie das heute Abend gehen wird ist nicht vorauszusehen.
(…) Meine Mittellage klingt so stark daß ich wahrhaftig Freude daran habe. Heute ist noch Probe der Neunten und erstes Concert ich ziehe mein Mullkleid an. So mein Schatz der Tagesbericht ist gemacht, ich lese viel in den Memoiren, sie sind sehr interessant auch mit den vielen weiblichen Schwächen darin. Die Zeichnungen der Personen sind so scharf daß man sie immer rathen möchte.

  Absender: Fillunger, Marie (2260)
  Absendeort: Haag
  Empfänger: Schumann, Eugenie (1440)
  Empfangsort:

  Standort/Quelle:*) A-Wn, s.: 979/5-9
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 

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