23.01.2024

Briefe



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ID: 26206
Geschrieben am: Dienstag 19.11.1889
 

19.11.1889, London
Um 7 1/2 war ich zum Dinner bei Mr. Burnand, nach dem Essen war natürlich wieder Musik. Piatti spielte und ich sang mit D<e>yks Schubert: »An die Nachtigall« - Schumann »Ich sende einen Gruß und Widmung«. Ich war trotz bedeutender Müdigkeit ganz gut disponirt und brachte es endlich dazu, das Piatti mit mir sprach. Es war <ein> ganz kleiner Kreis. Gestern Ruhetag und abends ging ich in's Pop. Ich gehe immer hin wenn ich Lust habe und gehe ins Künstlerzimmer und lasse mir einen Platz anweisen. Ich lege Programme bei. Olga Neruda begleitete die Schwester. Die »Zigeunerlieder« waren nur mein Fall. Das Quartett paßt ganz und gar nicht zusammen und sie sangen so müde und langweilig. Die Little hörte man allein und Shakespeare war einfach nicht da, er stand da mit lächelndem Antlitz rot vor Anstrengung aber hören konnte man ihn kaum bei den Solis, gar nicht im Quartett ebenso Henschel, sie strengte sich furchtbar an und war doch stets übertönt von der Little deren Stimme einen derartig gewöhnlichen Klang bekommen hat, wie man nicht einmal bei
Straßensängern hört, als ich je erfahren habe. Ehe das Concert begann kam Saunders zu mir und frug mich, ob ich am 10. Dez. für 10 Guin in St. James Hall Privat Concert singen wollte, ich sagte natürlich ja.

  Absender: Fillunger, Marie (2260)
  Absendeort: London
  Empfänger: Schumann, Eugenie (1440)
  Empfangsort:

  Standort/Quelle:*) A-Wn, s. 980/4-9
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 

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