19.12.2019

Briefe



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ID: 2752 Brieftext


Geschrieben am: Montag 17.12.1849
 

Lieber Freund,
Verzeihen Sie meinem Schweigen. Ich bin in diesen Wochen so furchtbar in Anspruch genommen gewesen, daß mir auch gar keine Zeit übrig blieb. Ihr Weihnachtsalbum habe ich, u überhaupt noch Niemand, gesehen. Unter den Novitäten bei Hofmeister war es noch nicht. Gern hätte ich es gesehen, wenn Sie es an Klitzsch befördert hätten, aber es fehlte an Zeit, diese wenigen Zeilen an Sie zu schreiben; ich war so angegriffen, daß ich fürchten mußte, krank zu werden. Wollen Sie es an Klitzsch senden, so bitte ich darum, damit es bald im neuen Jahr besprochen wird. Vielleicht wäre sogar noch eine Möglichkeit für dieses Jahr.
Die Euterpe hat sehr viel Arbeit gekostet. Nun ist aber das Schwierigste vorüber. Ein ausgezeichneter Erfolg hat unsere Bestrebungen belohnt. Eine Hauptfrage ist jetzt: Können Sie die Zeit bestimmen, wann Ihre Frau Gemahlin spielen wird?
Zu all den Mühseligkeiten der letzten Wochen kam noch ein entsetzlicher Krankheitsfall in der Familie. Mein Schwager wurde geisteskrank. Als Wieck mit Marie bei uns war, kam es zum Ausbruch.
Freundschaftliche Grüße
von Ihrem
Brendel

den 17ten Decemb. 49.

  Absender: Brendel, Franz (261)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
304
 

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