19.12.2019

Briefe



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ID: 2893 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 02.01.1853
 

Leipzig d. 2. Januar 1853.

Hochverehrtester Herr Musikdirektor

Es ist Ihnen bekannt, welche schwierige Aufgabe das Leipziger Orchester hat, für das alljährlich zu gebende Benefizkonzert des Orchesterpensionsfonds neben dem vielen Schönen, was das musikliebende Publikum in den Gewandhauskonzerten hört, noch ein anziehendes Program [sic] aufzustellen. Doch hoffen wir auch diesmal, daß es uns damit gelingen soll, wenn [sic] Sie schon öfterer gethan, auch diesmal Ihre helfende Hand uns reichen. Wir wünschen nämlich Ihren gefeierten Namen an die Spitze zu setzen, indem wir mit Ihrer hier noch nicht gehörten Ouvertüre zu Julius Caesar das Concert eröffnen. Bei dem eifrigen guten Willen des Orchesters, sowie bei den bekannten Fähigkeiten des Herrn Musikdirectors Gade, der seit Neujahr die Conzerte dirigiert, können Sie wohl mit gutem Vertrauen auf eine würdige Aufführung rechnen. Haben Sie noch das alte Herz für uns, wie wir für Sie, so werden Sie unsere Bitte erfüllen und uns so bald als möglich Partitur und Orchesterstimmen überschicken. Denn obwohl das Benefizkonzert erst Montag den 17 Januar stattfinden kann, so muß ich doch mit Gewißheit unser Program [sic] 8 Tage vorher dem Publiko anzeigen können, wenn die Subsciptionsliste die zu erwartenden Dienste leisten soll. Vielleicht sind auch noch Duplettstimmen zu schreiben – Habende Unkosten bei der Verpackung etc bitte ich durch Postvorschuß gleich zu entnehmen oder mir mit ein paar Worten bekannt zu machen. Die Zurücksendung der Musicalien und unseres besten Danks wird unaufgeschoben gleich nach der Aufführung von mir besorgt werden. Gelingt unsere Bitte, daß Sie ihr gütig entsprechen, so ist dies das erste Glück, was uns das neue Jahr bringt. Möge Ihnen und Ihrer lieben Gemahlin das neue Jahr Gesundheit und Segen in Fülle bringen. Auch Herr Conzertmeister David empfiehlt sich mit den herzlichsten Wünschen aufs beste; ich besonders mit ausgezeichneter Hochachtung erwartungsvoll als
Ihr ergebenster
Carl Grenser
Secretär des Orchesterpensions-Instituts
Neukirchhof No 5.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Musikdirector Robert Schumann
Düsseldorf

[BV-E, Nr. 4613:] Grenser. [beantwortet:] NB. [Ver sand:] fr.

  Absender: Grenser, Carl (12917)
  Absender-Institution: Orchesterpensions-Institut Leipzig
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (15143)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
443f.
 



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