15.07.2019

Briefe



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ID: 3197 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 27.07.1849
 

Schönsten Dank, lieber Freund, für Ihre gütige Mittheilung in Bezug auf die Aufführung Ihres Faust am 28 August.
Das „Ewig Weibliche“ gehörig hinanzuziehen durch Einstudirung des Chors und des Orchesters sollte mir zu grosser Freude gelangen – und wahrscheinlich gelingen. Leider aber treffen unabweisbare Hindernisse dagegen ein, und es wird mir gänzlich unmöglich seyn der Goethe Feyer beizuwohnen, nachdem ich mich schon in einigen Tagen als Curgast in ein zwar sehr unbekanntes, jedoch wirksames Bad begeben muss, und ärtzliche [?] Verordnungen mir streng jede Unterbrechung während 6 Wochen verbieten.
Diesen für mich sehr bedauernswerthen Fall ungeachtet, habe ich sogleich, nachdem mir von Ihnen ausgesprochenen Wunsch, Herrn Hofrath A. Schöll, als Capo des Goethe Comitè, mit Ihrem freundlichen Antrag benachrichtigt – Beyfolgend seine Antwort –
Erlauben Sie mir einstweilen Ihnen ein altes französisches Sprichwort wieder aufzufrischen „ce qui est différé, n’est pas perdu“ und gönnen Sie mir die Hoffnung, das [sic] bald nach meiner Rükkehr in Weymar wir uns ernstlich mit der Aufführung Ihres Faust beschäftigen ....
Viele herzliche Grüsse an Ihre liebe Frau, und stets Ihnen
freundschaftlich ergeben
F Liszt

27 July 1849 – Weymar.

  Absender: Liszt, Franz (964)
  Absendeort: Weimar
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 152f.
 



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