19.12.2019

Briefe



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ID: 3198 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 01.08.1849
 

Lieber Freund,
Eine unabweisbare Aufforderung, verpflichtet mich der Goethe Feier am 28 August hier beizuwohnen, und die Leitung des musikalischen Theil zu übernehmen –
Mein erster Schritt ist natürlich Sie zu bitten uns die Partitur Ihres Faustes gütigst bald einzusenden. Sollten Sie davon Gesang’s oder Orchester Stimmen entbehren können so wäre für uns mehr Zeit gewonnen – wenn aber nicht, so werden wir uns sehr gerne dazu bequemen die Stimmen in schnellster Zeit ausschreiben zu lassen.
Entschuldigen Sie mich noch bestens, Lieber Freund, über den Wiederspruch dieser Zeilen mit den vorigen. So etwas lass ich mir wohl sehr selten zu Schulden kommen; in diesem Falle liegt es aber nicht an mir, sondern an dem Verlauf der Sache selbst –
Übrigens kann ich Ihnen die Versicherung geben das Ihr Faust von Seite des Orchesters und des Chors mit voller Sympathie
und genauigkeit einstudirt werden soll. – Herr Montag Director des Musik Vereins übernimmt die Chor Proben mit größter Bereitwilligkeit, und das übrige wird meine Sache sein! –
Säumen Sie nur nicht, Lieber Freund, mit der Einsendung der Partitur – und wo möglich der Stimmen.
Aufrichtig ergebenst
F. Liszt

1 August 49 – Weymar

  Absender: Liszt, Franz (964)
  Absendeort: Weimar
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
154f.
 



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