19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 325 Brieftext


Geschrieben am: Montag 10.04.1837
 

Mein werther Herr u. Freund,

Ihr Aufsatz ist so schön und interessant, Ihr Unwillen nach Ihrer Darstellung so gerecht, daß es mir herzlich leid thut, ihm eines Umstandes halber wenigstens vor der Hand die Ausnahme verweigern zu müssen. Der Umstand ist der : Es wurde mir von einem Dritten hinterbracht, Rochlitz habe etwas über Mendelssohns Paulus geschrieben, wünschte es in unserer Zeitschrift abgedruckt, da er mit der andern nicht besonders stehe. Es schien mir interessant und würde einiges Aufsehen erregt haben. Deshalb sprach ich mit Madame Voigt, der R. aber zur Antwort gab , daß er allerdings an so einen Aufsatz gedacht habe und mir ihn gern zum Abdruck überlassen würde, daß er aber jetzt seiner fortdauernden Kränklichkeit halber nicht mehr daran denken könne. Erschiene nun jetzt Ihre Kritik, so würde R. es vielleicht für eine Rache von mir halten, an die ich wahrhaftig gar nicht denke. Ich hoffe, Sie geben mir Recht und sehen die Sache im richtigen Licht. Ihr Rechnungsabschluß erfolgt binnen spätestens acht Tagen. Bedenken Sie, daß ich selbst allemal anderthalb Jahre warten muß, ehe ich einen Heller von Barth gezahlt bekomme und deshalb Nachsicht von Ihrer Freundschaft für mich erwarte.
Ihr ergebener
Robert Schumann.

Leipzig,10ten April 1837.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Becker, Carl Ferdinand (161)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
154ff.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.