19.12.2019

Briefe



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ID: 3256 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 25.11.1840
 

Lieber Schumann!
in wahrer Verzweiflung schreib’ ich Dir! ist es Dir garnicht möglich mir nun aber citissimo mit zwei Thalern auszuhelfen? meine Frau und mein liebes Kind sind krank, wollen mich haben, und ich kann nicht von hier fort, wenn Du mir nicht hilfst, ich hab’ hier alles versucht! meine guten Arbeiten um einen Spott-Preis ausgeboten, an Schmidt hab’ ich die Mara gesandt, aber ehe ich von Wien (Wenn er sie nimmt) Geld bekomme, können Frau und Kind mir verderben und sterben. Lieber! kannst Du so hilf mir. Gott wird es Dir an Deiner guten Clara vergelten! und ich will es ja gern ehrlich abarbeiten. ich wäre selbst gekommen, aber ich bin selbst unwohl und gehe in diesem Wetter in einem Frack umher, weil ich keinen Oberrock habe, send es mir durch die Stadtpost ich wohne: Bahnhofstraße in der Stadt Rom, 3 Treppen, Zimmer No 21.3 – Bitte! laß mich nicht in Noth.
Dein Lyser.

v. h den 25 Nov 1840.

  Absender: Lyser, Johann Peter (995)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
772f.
 



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