25.02.2022

Briefe



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ID: 3517
Geschrieben am: Dienstag 24.10.1848
 

Leipzig d. 24sten Oktober 1848

Geehrter Herr Doctor!

In der festen Voraussetzung, daß Sie uns hier in Leipzig in diesen Tagen besuchen würden, habe ich es bis dahin unterlassen, Ihnen zu schreiben und zugleich beifolgende Sendung zu übermachen; da ich nun aber so eben von Herrn Whistling erfahre daß wir Sie leider für’s Erste nicht hier erwarten dürfen, so beeile ich mich, Ihnen hiermit 20 Ld’or in Gold und eine Anweisung auf weitere 20 Ld’or, zahlbar gegen Ende Januar <z> und endlich drei Quittungen (welche Schuberth baldmöglichst mit Ihrer Namensunterschrift versehen zurückgesandt wünscht) hiermit zu übersenden. Da ich den richtigen Empfang der 20 Ld’or wie die Anweisung durch meine Unterschrift bei Schuberth & Comp. bescheinigt, so würde ich Sie freundlich ersuchen den richtigen Empfang des Honorars Ihrerseits mir zu quittiren. Vielleicht können Sie mir die richtige<n> <> Ankunft der Sendung recht bald anzeigen, damit ich mich darüber beruhigt sehe; zugleich würde ich Sie bitten, die Correctur und die <> Duette mir zurückzusenden, welche ich dann schleunigst an Schuberth zurückbesorgen werde. Auch die Quittungen werde ich gerne an Schuberth weiter befördern, falls Sie es wünschen. – Sollten Sie es wünschen, geehrter Herr Doctor, daß ich hier den Stich Ihres Weihnachtsalbum ein wenig überwache, oder vielleicht die erste Correctur desselben <> besorge, so bitte ich Sie, mich nur mit Aufträgen zu versehen, und ich werde mein Möglichstes thun, Ihren Wünschen nachzukommen. Wie sehr ich mich an der Sache erfreute, kann ich Ihnen kaum sagen, u. Sie haben wohl recht, wenn Sie glaubten, mir werde Manches ein Lächeln ablocken; auch die Ueberschriften finde ich genau treffend; nur dem einen Stücke, welches jetzt Unglück“ heißt, wünschte ich wieder die erste Ueberschrift „Erster Verlust“ Verzeihen Sie, daß ich Ihnen diese meine unmaaßgebliche Meinung ausspreche, welche allerdings keinen Einfluß auf Ihre Ansicht hierüber ausüben kann, da Sie einen gewiß kräftigen Grund gehabt haben werden, den einmal gegebenen Namen zu ändern. Da wir Sie am vergangenen Sonntage sicher hier erwarteten so war ich in einigen Hotel’s, um mich nach Ihnen zu erkundigen, natürlich ohne Erfolg; es wünschte nämlich Raymund Härtel <s>Sie den Abend bei sich zu sehen, da ich mit Grabau u. Wasielewski Trio spielen wollte, u. Ihnen gar gerne das Ihre vorgespielt hätte; so mußten wir es denn ohne Sie aber zum höchsten Genuß der Anwesenden, spielen. Ueber die Aufnahme meiner Symphonie zu den Concerten ist mir noch nichts Decidirtes gesagt worden, doch hege ich innige Hoffnung. Ihre hiesigen Freunde, namentlich Grabau, Härtel, Wasielewski lassen sich Ihnen bestens empfehlen. Mit dem herzlichsten Gruße an Ihre Frau Gemahlin und in der Hoffnung sie doch recht bald hier zu sehn verbleibe ich
ganz der Ihre
Carl Reinecke

Meine Adresse ist. West-Strasse 1657 2 Treppen, doch trifft mich ja auch Alles was Sie etwa an Whistling od. Br. & Härtel zu senden vorziehen sollten. -

[BV-E, Nr. 3525:] C. Reinecke. [beantwortet:] NB. [Versand:] fr.








  Absender: Reinecke, Carl (1243)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
708ff

  Standort/Quelle:*) PL-Kj, Korespondencja Schumanna, Bd. 20 Nr. 3525
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 

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