19.12.2019

Briefe



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ID: 3940 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 24.10.1850
 

Donnerstg d 24st Octob 1850.
Verehrter Freund!
Gestern Abend ist Ihre Genovevaouvertüre vor einem überaus zahlreichen andächtig zuhörenden Publikum sehr gelungen ausgeführt worden. Wenn dieselbe auch keinen lauten Beifall hier bei unserm etwas schwer zugänglichen Publikum erregt hat, so ist sie doch unverkennbar mit großem Antheil gehört, u. von den Musikern nach öfterm Spielen u. Hören bestens gewürdigt worden. Darf ich mir zur Belohnung nun die Bitte erlauben, daß Sie mir mit der Partitur ein Geschenk machen möchten (Sie wissen, Sie sind noch mein Schuldner für meine Fdur Sinfonie) u. mit dem Exemplar der Stimmen eines an die Bibliothek, die dem Wittwen- u. Waisenfonds gehört? Es soll Ihrer dankbarlichst gedacht werden. Wir haben das Quartett mehrfach dubliren lassen, u. ich denke die Ouvertüre später zu wiederholen. Hoffentlich schreiben Sie mir ein Ja. Speciell bedanke ich mich persönlich für die Freude, die Sie mir mit Ihrer Composition gemacht haben. [Gar] Gern nähme ich Einsicht von der ganzen Oper, noch lieber hörte ich sie. Ob ich Ihnen unter den jetzigen Verhältnissen überhaupt rathen soll, die Oper offiziell H. v. Küstner einzusenden, ist schwer zu sagen. Darüber unterhalten wir uns wohl noch ausführlicher.
Mit herzlichen Grüßen an Ihre liebe Frau empfiehlt sich Ihnen in aufrichtiger Hochschätzung
Ihr ergebster
W. Taubert.
Hausvoigteiplatz 11.

Sr. Wohlgeb. Herrn Musikdirector
Robert Schumann
zu
Düsseldorf
frei.

[BV-E, Nr. 4037]

  Absender: Taubert, Wilhelm (1575)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 724ff.
 



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