15.07.2019

Briefe



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ID: 402 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 19.04.1832
 

An L. Rellstab in Berlin.
L. 19/4 32.
Ew. Wohlg. möchten den aufrichtigen Dank des Unterzeichneten für die [wohlw.] schonende Rezension der Abeggvariationen annehmen, die kaum eine größere verdienen. Weniger für den Redacteur der Iris, als für den Dichter u. den Geistesverwandten Jean Paul’s, erlaub’ ich mir den Papillons einige Worte über ihr Entstehen hinzuzufügen, da der Faden, der sie an einander schlingen soll, kaum sichtbar ist. Ew. Wohlgeboren erinnern sich der letzten Scene in den Flegeljahren – Larventanz – Walt – Vult – Masken – Wina – Walt’s Tanzen – [das] Umtauschen der Masken – Geständniße – Zorn – Enthüllungen – Forteilen – Schlußtraum u. dann der fortgehende Bruder – Noch oft wendete ich das letzte Seite um: denn der Schluß schien mir nur ein neuer Anfang – fast unbewußt war ich am Clavier und so entstand ein Papillon nach dem anderen. Möchten Ew. Wohlgeboren in diesem Ursprunge eine Entschuldigung des Ganzen finden, das im Einzelnen sehr oft keine verdient! – Mit dem Wunsch, daß der Iris das Mark u. die Frische, die einem aus jedem Blatte entgegen weht, nie fehlen und daß Sie fortfahren möchten im kräftigen Erdrücken Alles Faden u. Krankhaften schließ ich diese Zeilen der ersten Annäherung an einen hochachtbaren Geist.
Robert Schumann

Erfüllen Sie mir wohl die Bitte, mich Herrn Wilh. Häring, an dem ich einen frohen Begleiter auf einer Rheinreise hatte u. der mir oft u. viel Schönes von Ihnen erzählte, angelegentlich zu empfehlen?

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Rellstab, Ludwig (1251)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 511f.
 



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