19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 4210 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 02.01.1844
 

Theurer Freund,
Mein Weg führt mich dieses Jahr nicht nach Leipzig – und wenn Sie davon weg sind mit ihrer lieben Frau, so habe ich auch gar keine Veranlassung weiter hinzukommen. Bis Mitte Februar wenigstens erfordern meine Verpflichtungen in Weymar zu bleiben. Sehr erfreuen würde es mich Sie noch vor ihrer Russischen Reise zu sehen.
Vielleicht könnte ich ihnen auch einige praktische Aufschlüsse über Russland geben, obgleich ihnen gewiss deren im
Übermaas bereits mitgetheilt sind. Ich weiss wie es in solchen Gelegenheiten geht, und erinnere mich bey meiner Ersten Reise nach Russland in meiner Stube in Berlin einen grossen Anschlagzettel folgenden Inhalts „Die verehrten Besuchenden sind höflichst eingeladen mir durchaus keine renseignements über Russland mitzutheilen!“
haben [sic] aufkleben zu lassen.
Wenn es Ihnen aber anders möglich ist auf ein paar Tage nach Weymar zu kommen, so wird es mir eine wahre Freude gewähren uns über manches und Vieles zu besprechen.
Tausend herzliche Grüsse ihrer Frau von
Ihrem freundschaftlichst
ergebenen
F. Liszt

Weymar, 2 Jäner 44.

  Absender: Liszt, Franz (964)
  Absendeort: Weimar
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
139f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.