19.12.2019

Briefe



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ID: 4779 Brieftext


Geschrieben am: Montag 09.12.1844
 

Geehrtester Freund,
ich habe zwar schon vor einigen Tagen, als wir den Kleiderschrank hohlen ließen durch das Mädchen, u gestern Abend durch Wenzel Ihnen Nachricht gegeben, bin aber ungewiß ob Sie wirklich in Kenntniß gesetzt sind, u will Ihnen daher noch schreiben, um so mehr als ich den Preis von dem Bücherbret erfahren mögte. Da Sie mir den Schreibtisch nicht sogleich überlassen konnten, war ich, so leid es mir that, genöthigt, einen zu kaufen, weil bei mir Alles auf den Dielen herumlag, u ich die Unordnung nicht mehr aushalten konnte. Was aber ds Bücherbrett betrifft, so ersuche ich Sie, mir durch Ueberbringerin den Preis wissen zu lassen. Gern hätte ich Sie in diesen Tagen wieder besucht, ich bin aber nicht dazu gekommen; die Kälte war auch nicht gerade einladend für einen so weiten Weg.
Herzlichen Dank für Ihre Einladung, das Lied von Kerner kannte ich noch nicht; es hat mir außerordentlich gefallen. Schade daß die Kälte den Genuß des Ganzen sehr störte; ich habe die ganze Zeit gefroren.
Meine Frau grüßt
der Ihrige
Brendel.

den 9ten Decemb.

Mit Lorenz habe ich über etwa vorräthige Liederhefte für Sie zur Recension gesprochen, es ist aber noch nichts, wenigstens einigermaßen Bedeutendes da.

  Absender: Brendel, Franz (261)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
230f.
 



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