19.12.2019

Briefe



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ID: 4862 Brieftext


Geschrieben am: Montag 20.02.1843
 

Sehr geehrter Herr Redacteur!
Ew. Wohlgeboren stellten mir neulich den schätzenswerthen Antrag, Ihnen für Ihre Zeitung regelmäßige Berichte über das musikalische Treiben Berlins zukommen zu lassen. So sehr mich dieses Zeichen Ihres Wohlwollens gefreut hat, so stehe ich gleichwohl an, vor der Hand darauf einzugehen. Ich fühle mich nicht befugt, richtend u. berichtend aufzutreten, bevor ich mich nicht selbst in irgend einer Weise und namentlich durch musikalische Productionen geltend gemacht habe. Ein freies, unbestochenes Urtheil würde mir jedenfalls die eine oder andere Parthei verfeinden, was mir gelegentlich Schaden brächte. Und wenn Sie auch meinen Namen geheim hielten, so könnte ich im Falle irgend eines Angriffs, einer Beschuldigung, nicht umhin, mich öffentlich zu nennen, so daß ein gänzliches Unbekanntbleiben des Verfassers derartiger Berichte kaum zu denken ist. Dagegen bin ich sehr gern bereit, Ihrer Zeitung, deren vorwärts strebende Tendenz mir so sehr zusagt, von Zeit zu Zeit Aufsätze zuzusenden.
In der Hoffnung, daß Sie meine Gründe anerkennen u. mir auch fernerhin Ihre Gewogenheit bewahren werden, verbleibe ich
Ew. Wohlgeboren
ergebenster
Gustav Heuser
Berlin d. 20 Febr. 43.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Dr. Robert Schumann
Redacteur der neuen Zeitschrift
für Musik
in
Leipzig.
frei.

  Absender: Heuser, Gustav (697)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
221f.
 



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