15.07.2019

Briefe



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ID: 491 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 07.09.1834
 

Bis zum Niederstürzen war ich erschöpft vom gestrigen Tag, da kam Ihr Brief. Wie eine Engelhand hat er mich berührt. Das war ein Tag und eine Nacht und heute Morgen – jeder Nerv eine Thräne. Wie ein Kind hab’ ich geweint über Ernestinens Worte am Band – wie ich aber die anderen Zeddel an Sie las, da brach’s entzwei – die Kraft. Ist’s Schwäche, wenn ich das sage? meine Ernestine ist’s, die ich so über alle Maßen liebe und Sie sind es, Henriette, meine geliebte Freundin. Ihr Herrlichen, was kann ich Euch denn bieten für Eure hohe Güte! – Man sagt, daß sich liebende Menschen auf irgend einem Stern wiederfänden, den sie ganz allein einnähmen und beherrschten. Wir wollen diese schöne Sage für eine Wahrheit vorausnehmen. Wenn ich heute Abend herumschwärme, so will ich mir einen recht milden auslesen und ihn Euch zeigen, giebt’s Gelegenheit – vielleicht auch einem Vierten. Verlassen Sie mich nicht! Ich bin’s immer.
Ihr
R.

[BV-A, –]

  Absender: Schumann, Robert (1455)
Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Voigt, Henriette (1630)
  Empfangsort:
  SBE: II.15, S. 61f.
 



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