19.12.2019

Briefe



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ID: 5052 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 13.12.1842
 

Hochgeehrter Herr Doctor!
Schon längst war es mir Bedürfniß, Ihnen zu sagen wie sehr unser kleiner Musikkreis sich an Ihren neueren Werken erbaut; wir kennen bis auf die Symphonien, (die wir unter Mendelsohn’s Leitung zu hören hofften) Ihre sämmtlichen Werke; ich darf Sie versichern, daß die Kenntniß derselben, wenn auch nur im kleinen gewählten Kreise, doch nicht ohne bedeutenden Einfluß auf unsre jungen Musiker und mich besonders, geblieben. Hoffentlich bleiben die Streichquartette nicht mehr lange aus. – Daß uns Mendelssohn verlassen, hat unser classisches Publikum aufrichtig betrübt; auf ihn war alle Hoffnung gebaut, und nun – ist Alles dahin. Im September künftigen Jahres gedenke ich nach Paris zu gehen und den Gesang zu studiren, aber unverdorben nach Deutschland zurückzukommen. Für beifolgende kleine Compositionen nehme ich Ihre mir so oft bewährte Güte in Anspruch indem ich Sie bitte, denselben in Ihren trefflichen Blättern einige empfehlende Worte zu schenken. Der Meisterin Frau Dr Schumann meine ergebenen Empfehlungen, Ihnen mein verehrter Herr die Versicherung in der größten Hochverehrung, mit der ich zu zeichnen die Ehre habe
ganz ergebenst
Julius Stern
Berlin 13 Dezemb. 1842.
Gr. Hamburger Str 31.

Herrn Doctor Robert Schumann
Wohlgeboren
Leipzig

[BV-E, Nr. 2454:] Mit Musikalien.

  Absender: Stern, Julius (1546)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (15143)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
664f.
 



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