19.12.2019

Briefe



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ID: 5128 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 27.01.1842
 

Dresden d 27/1 42. Donnerstag
Lieber Schumann!
Ich weiß, daß Sie mir die Kränkung aus Riga gern erspart hätten, da es Ihnen gewiß nicht lieb ist, einen treuen Mitarbeiter alle Augenblick ’mal anzapfen zu sehen; es hat aber nicht in Ihrer Macht gelegen, einen bezahlten Abdruck zu verhindern. Ich zweifle nicht, daß Sie nun die Güte haben werden, das Einliegende baldmöglichst in der Zeitschr. abdrucken zu lassen. Ich kann mir denken, daß Sie Gründe haben könnten, es mir zu weigern, sollte es indeß nicht angehen, so bitte ich es ebenfalls für mein Geld in’s Intelligenzblatt zu inseriren, ich werde es ehrlich abarbeiten; da ich entschlossen bin, wenn auch nicht mehr mit meinem Namen u. als kritisirender Correspondent, so doch als musikal. Novellist Ihr Mitarbeiter zu bleiben, wenn Sie es wünschen. Unten die Entschuldigung wegen J. Klein könnte vielleicht mit größerm Druck hervorgehoben werden. Jener J. Hoffmann ist ein ganz übler Kerl, der Jahre lang in Berlin den Oettinger u. solch’ Gesindel bezahlte, bis er weggejagt wurde, worauf der Oettinger auch aus Berlin verschwand. Jetzt hat er in Riga einen Translateur A. v. Königk im Solde, dessen Frau eine bekannte Courtisane dort ist. Sie bemerkten früher in der Zeitung, daß Ihnen aus Riga auch ein Artikel für mich zugegangen. Es wäre doch freundlich wenn Sie den nun drucken ließen; Sie nützen mir dadurch jetzt sehr viel. Habe ich mich doch Ihrer verehrungswürdigen Frau auch einmal mit Feuer u. Schwert angenommen, als Rellstab sie einst so plump anfiel. Mein Brief v. Montag d 24ten wird Ihre Frau Gemahlin doch hoffentlich erhalten haben? Ich habe ihn leider nicht selbst zur Post getragen u. fürchte nun er sei verloren. Um eine Zeile Antwort bittet dringend Ihr alter, aufrichtig ergebener
F. H. Truhn.

Adresse ist d. Post bekannt.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Dr. Rob. Schumann
Redacteur der neuen Zeitschrift
für Musik
Leipzig
frei

[BV-E, Nr. 2159:] Mit Erklärung.

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 878ff.
 

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