19.12.2019

Briefe



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ID: 540 Brieftext


Geschrieben am: Montag 11.02.1839
 

Mein lieber Freund,

Nach langem Schweigen sende ich Ihnen endlich einen Gruß. Trotz der großen Stadt und dem Gewühl hier sind meine Gedanken immer im Vaterland, ja ich hab’ es erst hier recht schätzen gelernt. Es kann kommen, daß ich noch eine kurze Zeit meiner Privatgeschäfte halber hier bleiben muß. Ich wollte Sie nur freundlich bitten, auf kurze Frist unsere Zeitung nach Ihren besten Kräften zu unterstützen. – Sie haben sie ja mit groß gezogen und werden sich ihrer sicherlich doppelt annehmen, da ich es jetzt aus so großer Entfernung selbst nicht kann. Man erfährt hier leider Alles so spät und auch dann oft nur halb, daß ich meine Bitte nicht auf einen speciellen Artikel über Jüngsterschienenes stellen kann. Giebt es nichts von neuen Oratorien? Haben Sie nicht Lust, über Marx Compositionslehre ausführlich zu schreiben? Es ist der höchsten Beachtung würdig. Nun alles empfehle ich denn Ihrem Wohlwollen und bleiben Sie mir selbst auch immer freundlich gesinnt
Ihrem
R. Schumann

Wien, den 11 ten Februar 1839.

Sie sollten einmal nach Wien kommen. Was giebt es hier für Sie Alles in der Kaiserl. Bibliothek, in der Gesellsch. der Musikfreunde, auch bei [Aloys] Fuchs.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Wien
  Empfänger: Becker, Carl Ferdinand (161)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
175f.
 



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