19.12.2019

Briefe



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ID: 5513 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 01.07.1849
 

FMB
† d 4t Novbr. 49.1
Ach! nicht beweinen, nur beneiden
Kann dich mein tiefbewegtes Herz!
In süße Töne muß sich kleiden
das Leid um Dich, der heiße Schmerz!
Wie rauh sind dieser Erde Lüfte,
Wie sturmbewegt die Zeitlichkeit,
Ach unsre Rosen decken Grüfte,
das holdeste erliegt dem Leid!
Doch du, hast, was wir suchen, funden,
Hast abgelegt das Pilgerkleid,
Du hast das Leben überwunden
Im Tod begonnen neue Zeit.
Du schwebst verklärt auf Sternenbahnen,
Wir pilgern seufzend nach dem Licht
Dir ward Gewißheit, was wir ahnen,
Erfüllung – unsre Zuversicht.
O senk auf uns den reinen, lichten,
den milden Strahl von deinem Stern,
daß wir den Lauf nach dorthin richten
Zum Wiedersehn am Thron des Herrn!

  Absender: Hübner, Julius (747)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
551f.
 



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