19.12.2019

Briefe



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ID: 5593 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 29.07.1841
 

Berlin d 29 Juli 1841
Lieber Schumann!
Hier erhalten Sie den gänzlichen Schluß der musikal. Reiseblätter. Auf meinen Brief vom 15 d. M. haben Sie wieder mein Erwarten u. bescheidenen Wunsch nicht geantwortet. Vielleicht ist Ihre Frau bedeutend unwohl, was Gott verhüte. Ueber Berlin vom Mai bis ultimo Juli erhalten Sie in drei Wochen spätestens. Ich würde es eher schicken, müßte ich nicht in Angelegenheiten meiner Familie verreisen am 1 August. Antworten Sie mir, wenn’s Ihnen möglich ist, umgehend per Adresse meiner Frau ob ich in meinem Briefe vom 15 d. M. recht hatte oder nicht. Sie wird mir Ihre Antwort gleich mittheilen. Hier sieht es sehr kunterbunt aus, höchst scheckige Verhältnisse. Mendelssohn wär der größte Thor wenn er sich hier fixirte; er wird auch bald genug weglaufen wenn er gescheidt ist, woran wohl Niemand zweifelt. Meyerbeer ist die Liebenswürdigkeit u. Bescheidenheit selbst, wirklich ein guter Kerl! Ich glaube fest er komponirt grad’ so gut als er immer kann u. deshalb sollten halbmusikal. Kritiker wie Zuccalmaglio nicht den Mund so sehr voll gegen ihn nehmen u. nebenbei so sehr freundlich gegen solche Amphibien wie zb Hr. Franz Commer sein. Leben Sie recht wohl! Grüßen Sie Ihre liebe, schöne Frau! bald hören Sie von mir. Ihr
alter F. H. Truhn.

[BV-E, Nr. 1975]

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 865f.
 

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