19.12.2019

Briefe



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ID: 5640 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 09.10.1839
 

Berlin d 9/X 39.
Lieber Schumann!
Anbei eine humoristische Novelle von Ludwig Eichler, der dafür das übl. Honorar von 10 Th per Druckbog. anspricht. Müller ist mit seinem Burgmüller noch nicht fertig, aber dabei. Ich selbst habe bis jetzt gar nichts für Sie thun können, schicke aber mit Nächstem so gut, soviel ich kann. Mit Fräulein Clara habe ich diesmal Unglück unter viermal Dagewesen erst einmal getroffen und gesprochen als sie verstimmt und fatiguirt den Postwagen soeben verlassen. Auch Sie schreibt heut an diese Adresse. Haben Sie denn schon die poebelhafte rohe Recension in der letzten Iris vom 4 d. M. gelesen über das Scherzo von C. W. Sie war, wie die Mutter mir sagte, sehr mißmuthig darüber. Aber ich habe dies Büffelkalb dafür gerüffelt in der heutigen Spenerschen Zeitung und in einem neuen Leipz. Blatt kommts noch anders. Wie können Sie noch immer den Ton des Anstandes für diesen Flegel bewahren! Gruß an Hirschbach! Der Teufel soll ihn holen, daß er keine Briefe von mir mitgenommen. Ihr treuer
F. H. Truhn.

Kommt denn nun im nächsten Heft das Tscherkessenlied von Puschkin oder nicht?, die andern von Shakespeare u Eichendorff will ich bald wieder haben. Hören Sie, Bester!
Sagen Sie doch den Härtel’s, daß ich und viele anständige Leute sie für ganz gemeine Krämer halten, indem sie von mir verlangen ich soll die Undine umsonst arrangieren. Ich, der von dem was ich heute arbeite, morgen leben muß.

An
Robert Schumann
Wohlgeboren

[BV-E, Nr. 1372a:] Mit Novelle v. Eichler.

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 808ff.
 



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