15.07.2019

Briefe



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ID: 5684 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 31.01.1840
 

Freitag den 31st Januar 1840.
Lieber Freund!
Endlich bin ich so weit, zu dem längst fertigen Ihnen zugedachten Präludium einige Zeilen zu schreiben. Daß ich in vierter Vaterschaft ein drittes Töchterchen acquirirt, wissen Sie vielleicht schon. Frau u Kind sind Gott sei Dank wohl, u. werden es hoffentlich bleiben. Gestern hat mir Clara Ihre gmollsonate vorgespielt, wovon mich namentlich der letzte Satz sehr ergriffen hat. Ich freue mich, sie morgen im Concert nocheinmal zu hören. Vorgestern Mittwoch habe ich zum erstenmal wieder öffentlich gespielt, in der Geburtstagsfeier Mozarts, dessen dmoll concert. Ich bedauerte sehr, daß Clara durch Unwohlsein verhindert war, es zu hören. – Was das Präludium betrifft, so behalte ich mir nur die Berechtigung vor, es später in ein eventuelles größeres Werk wieder aufnehmen zu dürfen. Für eine gründliche Correctur tragen Sie doch wohl Sorge? Dürft ich mir ein Exemplar der [betreffenden] Beilage (ich bin nicht abonnirt) u. vielleicht ein Paar Einzelnabdrucke des Präludiums als gratial erbitten? Haben Sie meine emollsonate schon durchgesehen?
Daß ich Sie mit der bald möglichsten Besorgung des einliegenden Briefes an C. Voigt belästige, verzeihen Sie gütigst. In der Hoffnung recht bald von Ihnen zu hören, mit aufrichtiger Freundschaft und Verehrung
Ihr
W. Taubert.
Johannisstr. 3.a.

[BV-E, Nr. 1464:] Mit Musik zu Beilage.

  Absender: Taubert, Wilhelm (12651)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 705f.
 



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