15.07.2019

Briefe



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ID: 5721 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 22.11.1839
 

Ew. Wohlgeboren, als geistreicher aber auch nachsichtsvoller Kritiker bekannt, werden entschuldigen, daß sich eine Dilettantin mit der Frage an Sie wendet: ob Sie das beifolgende, kleine Musikstück wol zur Aufnahme in die musikalische Beilage zur Zeitschrift für Musik geeignet finden. Sie selbst sehr wohl die vielen Mängel desselben fühlend, ist nur durch die freundlichen Worte, mit der ihr verewigter, hochverehrter Lehrer Ludwig Berger diese Arbeit beurtheilte, ermuthigt, dieselbe Ihnen vorzulegen, indem sie sich vertrauungsvoll ganz Ihrem Urtheil unterwirft. Sollten Sie nun dies Stück für ganz werthlos halten, so bittet man, es zu verwerfen, sollten Sie es aber zur Aufnahme geeignet finden, so bittet man, dasselbe anonym, oder mit dem angenommenen Namen Adelheid Lindner einrücken zu lassen, da die Componistin ihren wahren Namen nicht zu nennen wünscht. Sollten Sie hie und da einen Fehler verbessern oder einige Zeichen hinsichtlich der Vortragsweise hinzufügen, so würde man dies sehr dankbar anerkennen. Auf jeden Fall ersucht man Sie aber, um eine Antwort in den Geschäftsnotizen in der Zeitschrift für Musik. Noch bittet man, der Unbekannten ihre Dreistigkeit zu entschuldigen; doch der Name Schumann hat auch außerhalb Leipzig einen so guten Klang daß man sich gern mit Vertrauen an den wendet, der sowohl als Componist wie als Schriftsteller so schöne Beweise seines Talentes gegeben hat.

[BV-E, Nr. 1412:] Von e. Dame mit Notturno.

  Absender: Anonym ("Lindner, Adelheid") (12635)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 908f.
 



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