19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 5865 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 01.01.1839
 

Freundester,

Allerdings haben Sie den gegründetsten Grund sich über meine Verschwiegenheit zu beklagen. Aber Theuerster denken Sie an meine 7 – 8 – 9 – nicht Kinder etwa, sondern tägliche Stunden u. an die Menge allernothwendigsten [sic] Geschäftlichkeiten, die freilich keine herculischen Arbeiten sind, <de> aber doch die Zeit verzehren helfen. <Ueber> Daß ich so drauf los wirthschafte ohne Sie viel zu fragen ist freilich nicht recht zu verantworten, auch habe ich wohl mit unter im Einzelnen entschieden, wo mir die Entscheidung nicht zu stand – und<> drum perdona, ah perdona! – Daß ich übrigens die Sache in keinem Fall vernachlässige oder sitzen lassen werde, und bei (bis jetzt nicht abzusehender) eintretender wirklicher Noth mir eher die Finger wegschreiben und alles andre liegen und fallen <lassen werde>, als den Setzer eine Stunde ohne Arbeit, oder eine Hemmung irgend einer Art eintreten lassen werde, können und werden Sie sich versichert halten und von dieser Seite ganz ruhig sein. Durch H Friese werde ich Sie wie bisher vom Nothwendigsten in Kenntniß setzen lassen aber zuverlässig auch selber öfter schreiben. Gegenwärtig mache ich einen kleinen Anfang indem ich Sie bitte über die neulich abgeschickten u. hier beifolgenden Ms. unverzüglich Verfügung zu treffen namentlich bitte ich Sie, Schnyder Wartensees Vertheidigungsurkunde zu erledigen und vielleicht von Wien aus selbst an ihn zu schreiben – Die beiliegende Bremer Nachricht über Ole Bull habe ich nicht zu benutzen gewagt, ob gleich schon von Hamburg aus eine ähnliche Stimme erschollen vor einiger Zeit. Der Nordische Held scheint <sich> aber doch aus dem Norden uns immer näher zurücken und soll wie ich höre auch Berlin und Leipzig bedrohen. Dann werden wir also selbst hören und sehen.
Für jetzt aber muß ich in d. That schon abbrechen – (aber gewiß a revèderla) – um wenigstens dieses Lebens- u. Gutwillenszeichen noch mit fortzubringen und <> schließe mit einem herzlichen Neujahrwunsch u. der wiederholten Bitte u. schnelle Entscheidung in der<> Schnyderschen Angelegenheit u. über d. andern Ms.
Bis auf Näheres u. Weiteres
Addio!
O Lorenz.

Zu <der> einer Aenderung in der Notiz über d. Moselsche Bearbeitg des Händelschen Oratoriums war leider nicht mehr Zeit[,] die Exemplare schon abgezogen. – Sie scheint mir aber auch nicht so lebensgefährlich zu sein, die Sache aber zu mancherlei<> nachdenklichen Bedenken anzuregen. – Wird wenn d. Zts. in W. erschein<t>en sollte, <> nicht <> Urtheil u. Sprache in gar mancher Hinsicht genirt – gefahrdet [sic] sein? – hauptsächlich über <> österreichsche Zustände?

  Absender: Lorenz, Oswald (972)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.19, S. 717ff
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.